Probanden gesucht: Chronisch schmerzhafte HIV-assoziierte Neuropathie

An der Charite in Berlin werden derzeit Probanden für die Studie „Schmerzreduktion unter der Einnahme von Cannabidivarin (CBDV) im Vergleich zu Placebo“ gesucht. Zielgruppe sind Menschen mit einer HIV-Infektion die unter einer Neuropathie leiden. Die Studie zur Prüfung des Wirkstoffes wird ambulant durchgeführt. Interessenten können sich unter neuropathie-studie@chartie.de melden.

Details zur Neuropathie-Studie aus dem EU-Register

Weitere Informationen gibt es beim Eintrag der Studie im EU Register für klinische Studien. Dort sind auch die genauen Teilnahmebedingungen zu finden.

Neben der Schmerzreduktion bei der Neuropathie sollen folgende Fragen untersucht werden:

•Zeigt CBDV Wirkungen auf spezielle Schmerzeigenschaften?
•Werden zusätzliche Schmerzmittel gebraucht?
•Ist CBDV ausreichend sicher?
•Hat CBDV Einfluss auf physische und psychische Funktionen?
•Hat die Erwartung der Patienten Einfluss auf den Effekt von CBDV und Placebo?
•Hat CBDV Einfluss auf das akute subjektive Befinden der Patienten?
•Hat CBDV Einfluss auf die Lebens- und Schlafqualität?
•Ist ein Ansprechen („response“) auf die CBDV-Therapie assoziiert mit dem Genotyp der Patienten?

Erforscht wird in der Phase-II Studie der Einsatz von CBDV als Therapieform, dessen Sicherheit und die Effektivität (Wirksamkeit, nicht die Effizenz = Kosten-Nutzen-Relation). Weiterlesen „Probanden gesucht: Chronisch schmerzhafte HIV-assoziierte Neuropathie“

Bei welchen Erkrankungen hilft eher THC als CBD?

Bei einzelnen Diagnosen gibt es Erkenntnisse dass eher das Cannabinoid Tetrahydrocannabinol (THC) als das Cannabidiol (CBD) wirksam ist. Die folgende Liste ist als Empfehlung zu verstehen. Im Einzelfall, bei bestimmten Formen und Ausprägungen der Erkrankung, der Symptome sowie von Begleiterkrankungen kann es auch umgekehrt sein.

Ein gewisser CBD-Anteil kann auch ohne direkte therapeutische Wirksamkeit sinnvoll sein um die Nebenwirkungen zu mindern. Im Allgemeinem schadet zusätzliches CBD bei der Therapie nicht. Eine Sonderrolle nimmt die Appetitlosigkeit ein. Hier hemmt CBD die appetitanregende Wirkung des THC.

Cannabis-Medikamente mit einem hohen THC-Anteil sind empfehlenswert bei:

  • Schmerzen, insbesondere in Kombination mit Opiaten
  • Glaukom
  • Appetitlosigkeit
  • Depressionen
  • Schlafstörungen

Ein Patient mit Cluster-Kopfschmerzen beichtete mir dass bei ihm explizit nur Cannabis vom Typ „THC↓“ (sog. „Indica“) mit einer beruhenden Wirkung bei seinen Erkrankung hilft.