Rezept für Kostenantrag notwendig?

Zur Frage: „Benötige ich für einen Antrag auf Kostenübernahme einer Therapie mit Cannabis bereits ein Rezept?“ habe ich ein Update:

Kurz Antwort: Im Prinzip nein, aber ist aber im Streitfall schon besser.
Das ist umstritten. Einige Gerichte vertreten die Ansicht dass für einen Kostenantrag eine Verordnung auf Kassenrezept oder zumindest Privatrezept notwendig ist. Der Arzt sollte daher ein Kassenrezept für Cannabis ausstellen. Dieses Rezept dient ausschließlich dazu die Entscheidung des Arztes für eine Verordnung von Cannabis zu Lasten der Kasse zu dokumentieren. Das Rezept ist explizit nicht dafür bestimmt eingelöst werden. Damit ist auch die Gültigkeit des Rezeptes egal.

Formular für die „Chronikerbescheinigungen“

Seit dem Jahr 2016 gibt es nur noch ein Formular für die „Bescheinigung einer schwerwiegenden chronischen Erkrankung gem. § 62 SGB V“ – bundesweit und für alle Krankenkassen. Weiterhin wurde vereinfacht dass der Arzt den Vordruck hat und direkt ausstellen kann.
So sieht so aus -> Muster55.pdf

Update 19.11.2018: Funktionierenden Link eingebaut

Quelle: Weniger Bürokratie: Vereinfachung bei den Chroniker­bescheinigungen
Freitag, 12. August 2016

Muster: Antrag auf eine Therapie mit Cannabis nach § 31 Abs 6 SGB V

Dies ist die erste Version des Musterantrages, der fortlaufend weiterentwickelt wird. Daher bitte ich um Feedback! Ihr solltet, wenn ihr soweit seid den Antrag zu stellen, nochmal hier vorbeischauen und die aktuellste Version nutzen.

Weitere Formate: Kostenantrag2.pdf Kostenantrag2.odt

Vorbemerkungen

Dieser Antrag basiert auf dem „Arztfragebogen zu Cannabinoiden nach § 31 Abs. 6 SGB V“ des MDS. Der Angaben müssen mit ja beantwortet werden damit der Antrag eine Chance auf Erfolg hat:

Leidet der Versicherte an einer schwerwiegenden Erkrankung, die mit Cannabinoiden behandelt werden soll?

→ obligatorisch

Besteht eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome?

→ obligatorisch

Eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung …

→ hier Option a oder b wählen

Musterkostenantrag

Weiterlesen „Muster: Antrag auf eine Therapie mit Cannabis nach § 31 Abs 6 SGB V“

Die Cannabis Patientensprechstunde* – Informationsabend (Teil 1)

Das Berlin Patiententreffen am 19.10.2018 fällt zugunsten dieser Veranstaltung aus bzw. wird dorthin verlegt.

Uferstraße 8-11, Studio A14, 13357 Berlin
Gastgeber: German Patient Roundtable

Auf Facebook: https://www.facebook.com/events/922097454642993/

Einlass: 17.00 Uhr
Beginn: 18:00 Uhr

***ENGLISH TEXT BELOW***

“Wo finde ich verlässliche Informationen zum Thema “Cannabis als Medizin”? Meine bisherigen Medikamente haben kaum noch Wirkung und teilweise starke Nebenwirkungen. Was kann ich als Patient tun?” Weiterlesen „Die Cannabis Patientensprechstunde* – Informationsabend (Teil 1)“

Therapie mit Cannabisblüten 2.0 – Sortenvielfalt , Terpenprofile, Cannabidiol, Qualitätssicherung

Anfang Oktober findet in Berliner eine zertifizierte Ärztefortbildung zu Cannabis als Medizin statt. Informiert jeden Arzt, Apotheker etc. über diese Veranstaltung! Es locken 3 Fortbildungspunkte.

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 10. Oktober 2018, 15:30 Uhr – 19:00 Uhr statt. Ein Teilnehmerentgelt wird nicht erhoben. Anmeldeschluss ist Dienstag, der 09. Oktober 2018. Veranstalter ist die Charité Hochschulambulanz für Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin. Dies ist auch der Veranstaltungsort.

Referent(en)

  • Dr. med. Christian Keßler
  • Dr. med. Eva Milz
  • Apotheker Peter Waßmuth
  • Apothekerin Constanze Pelzer

Das Programm: Weiterlesen „Therapie mit Cannabisblüten 2.0 – Sortenvielfalt , Terpenprofile, Cannabidiol, Qualitätssicherung“

Interviewpartner gesucht – Patienten, außerhalb der offiziellen Versorgung

Kollege Bernd Werse sucht Patienten: „Wir suchen Leute, die sich in Frankfurt außerhalb der geregelten Rezeptvergabe mit Cannabis zu medizinischen Zwecken versorgen. Auch Personen, deren Konsum nur teilweise medizinisch motiviert ist, sind für uns interessant. Bitte melden!“

KONTAKT

Dr. Bernd Werse

Postanschrift
Goethe-Universität
Fachbereich Erziehungswissenschaften
Institut für Sozialpädagogik und Erwachsenenbildung
Theodor-W.-Adorno-Platz 6
D-60323 Frankfurt am Main
Raum: 1. G053 (PEG)
Telefon: (069) 798-36386
e-mail: werse@em.uni-frankfurt.de

Wieviel Cannabis benötigen Patienten pro Tag?

Hierzu findet sich in der „Information for Health Care Professionals: Cannabis (marihuana, marijuana) and the cannabinoids“. Dieses Dokument ersetzt den fehlenden Beipackzettel sowie die Fachinformation für Ärzte.

Die Informationen wurden von hochkarätigen Autoren erstellt. Herausgegeben wird das Dokument von der staatlichen Behörde Health Canada.

Mit Verweis auf die Niederlande und Israel wird ein Wert zwischen 0,7 bis 1,5 Gramm pro Tag genannt. Da Patienten sich zusätzlich in Coffeeshops und privat versorgen, sind dies Mindestwerte. Dies gilt insbesondere den niedrigeren niederländischen Wert.

Zitat

Following the most recent update to this document (February 2013), a study was published in the Netherlands tracking data obtained from the Dutch medical cannabis program over the years 2003-2010. The study reported that in a population of over 5,000 Dutch patients using cannabis for medical purposes, the average daily dose of dried cannabis (various potencies) used was 0.68 grams per day (range: 0.65 – 0.82 grams per day) (Hazekamp and Heerdink 2013). In addition, information from Israel’s medical marihuana program suggests that the average daily amount used by patients was approximately 1.5 grams of dried cannabis per day in 2011-2012 (Health Canada personal communication).

Quelle

Hazekamp, A., and E.R. Heerdink (2013). The prevalence and incidence of medicinal cannabis on prescription in The Netherlands. Eur. J. Clin. Pharmacol. Published online April 16, 2013.

ACM beschließt Unterstützung für Patienten bei einem Antrag auf den Eigenanbau

„Eigentlich sollte das Gesetz aus dem Jahr 2017 dieses Problem lösen und den Eigenanbau überflüssig machen.“

Es gibt weiterhin Patienten, die keine Übernahme für ihre Therapie mit Cannabisblüten erhalten haben. Lehnt die Krankenkasse den Antrag ab, bleibt nur der Klageweg. Auch dies führt nicht immer zu einem Erfolg.

Unter diesen Patienten ist auch ein signifikanter Anteil derer die vor dem neuen Gesetz eine Ausnahmegenehmigung erhielten. Für Patienten ohne Kostenübernahme liegen die gleichen Voraussetzungen wie im Fall Michael F.. Dieser Patient hatte 2017 durch eine erfolgreiche Klage eine Genehmigung für seinen Eigenanbau erhalten.

Das BfArM lehnt aktuell Anträge auf Eigenanbau generell ab. Alternativ bittet die Behörde die Patienten den Antrag zurück zu ziehen. Dieser sei – laut BfArM – eh chancenlos. Daher sollte er besser zurückgenommen werden um damit eine kostenpflichtige Anlehnung zu vermeiden.

Daher freut es mich sehr dass in den ACM-Mitteilungen vom 25. August 2018 zu lesen ist:

„der Vorstand der ACM hat beschlossen, 2 bis 3 Patienten bei einem Antrag auf den Eigenanbau von Cannabis juristisch zu unterstützen. Einer wird der Patient mit Cluster-Kopfschmerzen sein, der vor dem zuständigen Landessozialgericht und dem Bundesverfassungsgericht unterlegen ist. Da in einem früheren Verfahren vor einem Verwaltungsgericht der Krankenkasse später einfiel, die Kosten doch noch zu übernehmen, wollen wir diesmal gleich mehrere Patienten unterstützen. Später hat dieser Patient doch noch erfolgreich sein Recht auf Eigenanbau durchsetzen können.“ [weiterlesen]

Kriterien für Bewerber

Der ACM sucht nun Patienten mit guten Voraussetzungen für die Klagen.

„Geeignete Bewerber für eine Unterstützung durch die ACM sollten folgende Voraussetzungen erfüllen:
1. Sie sollten eine Ausnahmeerlaubnis der Bundesopiumstelle zur Verwendung von Cannabisblüten nach § 3 Abs. 2 BtMG bekommen haben (zwischen 2007 und 2017).
2. Ihre Krankenkasse sollte die Kostenübernahme für eine Therapie mit cannabisbasierten Medikamenten abgelehnt haben.
3. In einem Verfahren vor einem Sozialgericht sollte diese Ablehnung als rechtsgültig bestätigt worden sein.

Interessierte wenden sich bitte an die ACM unter info@cannabis-med.org

Es gibt grundsätzlich darum, dass Patienten, die Cannabis benötigen, aber keine Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse bekommen, dann der Eigenanbau erlaubt sein sollte.“

Glossar: Marinol

Marinol ist der Markenname eines Medikaments mit vollsynthetischem Dronabinol als Wirkstoff. In Deutschland ist es bedeutungslos.

Es ist insbesondere in Kanada und den USA auf dem Markt vertreten.

In den USA ist es bei Anorexie und Kachexie bei einer HIV-Erkrankung und als Antiemetikum gegen die Nebenwirkungen einer Krebstherapie zugelassen.

Ein Import nach Deutschland ist möglich, aber ökonomisch kaum nicht sinnvoll.