Cannabis-Patientengruppe Berlin: Treffen finden statt – Ort Haus der Statistik [Update]

[Update] Das Treffen am Freitag, den 16.10.2020 findet regulär im Haus der Statistik statt. Treffpunkt ist das Sonnenbeet um 18:30, wir haben Räumlichkeiten auf die wir uns wegen Corona je nach Anzahl der Teilnehmer aufteilen werden. [/Update]

Nachdem die Temperaturen Treffen im Sonnenbeet @ Haus der Statistik nicht mehr zulassen, die Räumlichkeiten innen heiß begehrt sind und die Räume der AIDS Hilfe Corona-bedingt nur noch für 6-8 Personen zugelassen sind, suchen wir gerade mit einen neuen Ort.

Mindestanforderungen: Für 8-12 Personen unter Corona-Bedingungen geeignet ist. Barrierefrei, insbesondere rollstuhlgerecht. Toilette. Nutzung jeden 3. Freitag im Monat in den Abendstunden. Für einen guten Ort würden wir den Termin auch ändern. Lage innerhalb des Rings. Zusätzlich gut, aber nicht notwendig: Überdachte Möglichkeit zum Cannabis-Medizinieren. Zweiter Raum für Einzelberatungen. Angebundene Gastronomie als Treffpunkt  vor dem Treffen. Wenn jemand eine Idee hat, immer her damit.

Der Ort für die kommenden Treffen am 20.11. – 18.12. ist noch unklar, aber die Treffen werden aber definitiv stattfinden.

Die Informationen zum Ort gibt es rechtzeitig über die Mailingliste und über diese Website.

Führerschein und Cannabis als Medizin

Die Frage ein Patient, der Cannabis als Medizin nutzt am Straßverkehr teilnehmen darf taucht immer wieder auf und sorgt für große Verunsicherung unter den „Führerscheinabhängigen“. Die Rechtslage ist in der Theorie scheinbar so klar, wie in der Praxis unklar.

Führerscheinrecht und Substanzgebrauch ist an sich schon ein komplexes Thema. Während es für den Kontext Cannabis als Rausch- und Genußmittel eine Menge Urteile und Erfahrungswerte gibt, sind im Kontext Cannabis als Medizin alle Beteiligten noch deutlich unerfahrener. Das betrifft die Führerscheinstellen, die Polizei ebenso wie mich und andere Fachpatienten. Insbesondere was den Komplex MPU betrifft, habe ich einige plausible aber vage Ansätze, aber keinen Erfahrungsschatz wie bei anderen Fragen.

Ein grundsätzlicher Ratschlag an Patienten: Sorgt dafür dass euer Gegenüber, sei es Polizei oder Führerscheinstelle versteht dass der Gebrauch eures Medikamentes so normal ist wie jedes andere Medikament auch. Continue reading

Meine Arbeit unterstützen – bequem und ohne Kosten

Da das große Weihnachtsgeschenkekaufen losgeht, möchte ich euch auf eine bequeme und kostenlose Möglichkeit hinweisen, wie ihr meine Arbeit als Cannabis-Patientenvertreter unterstützen könnt. Zumindest können sich alle Übeltäter, die per Amazon bestellen sich damit ein reines Gewissen verschaffen 😉

Wenn ihr über meinen Link zum Amazon-Partnerprogramm auf deren Seite geht und einkauft, dann erhalte ich – unabhängig davon was ihr kauft – eine Prämie. Dieses Geld würde ansonsten schlicht bei Amazon in der Kasse bleiben. Hier der passende Kurzlink: https://besserlebenmitcannabis.de/ratgeberkaufen

Für direkte finanzielle Unterstützung bin ich natürlich ebenfalls dankbar:
Maximilian Plenert
IBAN: DE 104 306 096 711 252 34200
Paypal an kontakt@max-plenert.de

Kostenübernahme für Cannabis bei HiV bedingtem Untergewicht, Übelkeit und Appetitlosigkeit

Hallo Leute,

ich, Stefan starte heute eine Umfrage an Leute, die einen Antrag auf Kostenübernahme wegen HiV bedingten Gewichtsverlust und Übelkeit durch ART Medikamente gestellt haben.

Uns würden alle Informationen und Unterlagen von Patienten weiterhelfen, die einen Antrag gestellt haben, egal ob er bewilligt wurde oder abgelehnt ist oder das Verfahren noch läuft.

Nach der neuesten Begleiterhebung sind Anorexie/Wasting, Übelkeit/Erbrechen und Appetitmangel/Inappetenz auf Platz 2, 3 und 7 der häufigste Diagnose bei den Kostenübernahmen. Die Patienten mit einer HiV-Infektion dürften eine Teilmenge dieser Diagnosengruppen sein. Wir wollen speziell für HiV-Patienten sehen nach welchem Schema genehmigt wird, falls es da ein Schema gibt. Daraus soll unser erstes diagnosebezogenes Antragsformular entstehen in dem man nur noch das richtige ankreuzen muss. Das soll dann mit allen relevanten Diagnosen passieren so das es sehr viel leichter wird einen Antrag auszufüllen der dann auch Chancen hat genehmigt zu werden

Ihr könnt uns eure Anträge per Mail an max@besserlebenmitcannabis.de schicken.

Alle persönlichen Daten könnt ihr natürlich schwärzen. Daten werden nicht weitergegeben, rein anoynm ausgewertet und nach Auswertung vollständig gelöscht. Uns ist immer bewusst das es sich um sensible persönliche Daten handelt.

Wir hoffen auf eure Unterstützung so das der erste standardisierte diagnosebezogene Antrag auf Kostenübernahme von uns erstellt werden kann und möglichst schnell den Patienten zu gute kommt

.

Austauschbarkeit verschiedener Medizinalcannabisblütensorten

Grundlage ist diese Einteilung von Cannabis in ein 3 x 3 Schema

„OK“ wenn die Sorten auf der Achse 2 gleich eingeteilt sind.
„Möglich“ bei einem Schritt Abweichung (z.B. ↑↑ zu ↑ oder ↑ zu ↔)
„Vorsicht“ bei 2 Schritten,
sonst „Risiko“.

AustauschbarkeitAlte Sorte
BakerstreetBedicaP18/1P20/1RedNo4OrangeNo1BedrobinolP14/1BedrocanP22/1RedNo2
Neue SorteBakerstreetOKOKOKOKOKMöglichVorsichtRISIKORISIKORISIKORISIKO
BedicaOKOKOKOKOKMöglichVorsichtRISIKORISIKORISIKORISIKO
Pedanios 18/1OKOKOKOKOKMöglichVorsichtRISIKORISIKORISIKORISIKO
Pedanios 20/1OKOKOKOKOKMöglichVorsichtRISIKORISIKORISIKORISIKO
Red No. 4OKOKOKOKOKMöglichVorsichtRISIKORISIKORISIKORISIKO
Orange No 1MöglichMöglichMöglichMöglichMöglichOKMöglichVorsichtRISIKORISIKORISIKO
BedrobinolVorsichtVorsichtVorsichtVorsichtVorsichtMöglichOKMöglichVorsichtVorsichtVorsicht
Pedanios 14/1RISIKORISIKORISIKORISIKORISIKOVorsichtMöglichOKMöglichOKOK
BedrocanRISIKORISIKORISIKORISIKORISIKORISIKOVorsichtMöglichOKOKOK
Pedanios 22/1RISIKORISIKORISIKORISIKORISIKORISIKOVorsichtOKOKOKOK
Red No. 2RISIKORISIKORISIKORISIKORISIKORISIKOVorsichtOKOKOKOK

 

AustauschbarkeitAlte Sorte
ArgyleGreenNo3BediolPenelopeBedrolite
Neue SorteArgyleOKOKMöglichVorsichtVorsicht
Green No3OKOKMöglichVorsichtVorsicht
BediolMöglichMöglichOKMöglichVorsicht
PenelopeVorsichtVorsichtMöglichOKRisiko
BedroliteMöglichMöglichMöglichMöglichOK

Arbeitshilfe: Einteilung von Cannabis in ein 3 x 3 Schema

Auf Grundlage des zur Verfügung stehenden Wissens lassen sich die zur Verfügung stehenden Sorten in folgendes Schema einteilen. Prozentangabe gibt den THC Gehalt bzw. THC und CBD Gehalt an.

Achse 1: THC oder THC & CBD oder CBD Sorten.

Achse 2: ↑ „Up“-Wirkung („Sativa“) über ↔ „Weder noch“-Wirkung („Hybrid“) bis zur ↓ „Down“-Wirkung („Indica“)

Blickwinkel ist die Frage der Austauschbarkeit von Sorten, also welche Sorte bei einer Versorgungslücke durch welche ersetzt werden könnte.

D.h. es geht darum – neben der Einteilung in Up und Down – um die Ähnlichkeit von Sorten zueinander. Es geht neben der damit verbundenen Wirksamkeit bei einer Diagnose auch im die Nebenwirkungen, d.h. wenn Patient x mit psych. Erkrankung y Sorte z nicht verträgt, dann sollte auch keine ähnlichen Sorten genutzt werden.

Über die Sorten, die nicht genannt wurden habe ich schlicht keinerlei Informationen, sachdienliche Hinweise gerne!

THC-reiche Sorten

Continue reading

Teilnehmende gesucht für eine Befragung zum Thema: Medizinisches Cannabis

Im Rahmen eines Projekts des Gesundheitsdezernats der Stadt Frankfurt am Main möchte das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf Patientinnen und Patienten zu diesem Thema befragen.

Das Ziel der Befragung ist, etwas über die Erfahrungen und Probleme mit dem neuen Verschreibungsverfahren herausfinden.

· Werden Ihnen zur Zeit Cannabis-Arzneimittel ärztlich verschrieben?
· Ist Ihr Antrag auf eine Behandlung mit Cannabis-Arzneimittel abgelehnt worden?
· Sind Sie auf der Suche nach einem Arzt/einer Ärztin, der/die Ihnen Cannabis-Arzneimittel verschreibt?

Wenn Sie eine der Fragen mit ja beantworten können, würden wir uns über eine Teilnahme an der Befragung freuen. Bitte kontaktieren Sie uns per Mail:

med-can@zis-hamburg.de oder rufen Sie uns an unter 040 7410 – 54573.

Für die Teilnahme an einem Interview erhalten Sie eine Aufwandsentschädigung von 20 Euro.

Wenn Sie Personen kennen, die bereits Cannabisarzneimittel bekommen oder sich momentan darum bemühen, freuen wir uns, wenn Sie diese auf die Studie und die Befragung aufmerksam machen würden. Wir danken Ihnen!

Gesetzliche Neuerung bzgl. Cannabis als Medizin in Kraft getreten

Nachdem das Gesetz eigentlich schon im Juli in Kraft treten sollte, sich aber verzögert hatte, nun ist es soweit. Das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung wurde im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Auf Seite 1211 steht etwas kryptisch formuliert dass,

1. nach einer stationären Therapie müssen die Kassen wie bei der SAPV innerhalb von drei Tagen entscheiden. Die Regelung, dass hier gar kein Antrag mehr nötig ist, wurde leider gestrichen.

Wichtigert ist:

2. „Leistungen, die auf der Grundlage einer Verordnung einer Vertragsärztin oder eines Vertragsarztes zu erbringen sind, bei denen allein die Dosierung eines Arzneimittels nach Satz 1 angepasst wird oder die einen Wechsel zu anderen getrockneten Blüten oder zu anderen Extrakten in standardisierter Qualität anordnen, bedürfen keiner erneuten Genehmigung nach Satz 2.“

Damit ist ein Wechsel

1. der Dosierung
2. zwischen Blütensorten
3. zwischen Extrakten
ohne neuen Antrag möglich.

Nicht mehr und nicht weniger, ein Wechsel von Dronabinol und Bedrocan Blüten ist damit nicht automatisch möglich.

Deswegen sollten man bei der Antragsstellung weiterhin alle möglichen Medikamente nennen oder zumindest 1 x Blüte, 1 x Extrakt, 1 x Dronabinol

Siehe auch: PDF Seite 69

Das Wissen zu Cannabinoiden wächst rapide

Wir leben in Zeiten eines exponenziellen Wissenswachstums. Ein möglicher, sicherlich nicht der beste oder härteste Indikator ist die Zahl der wissenschaftlichen Publikationen. Trotz aller Probleme im Wissenschaftsbetrieb, in der Ökonomie der Journals, Fehlanreize und Impact-Factor-Fetischismus, mangelnder Reproduzierbarkeit und Skandale, unsere Wissen wächst und dies immer schneller. Ermöglicht wird dies durch eine neue Stufe der globalen Vernetzung, der Entwicklung vom Internet zu einem omnipräsenten Internet der Dinge sowie gewaltige Rechenleistungen für wenig Geld on Demand. Diese Faktoren kulminiert mit gewaltigen Synergieeffekten in Smartphones als universelle Echtzeit Rechen-, Kommunikations- und Sensormaschinen (von vielen mit „künstlicher Intelligenz“ verwechselt oder als solche vermarktet). Dazu kommen immer bessere Methoden und dem allgemeine technische Fortschritt – alleine schon in der Analytik, also der Fähigkeit Ergebnisse messen zu können.

Gerade in den angewandten Wissenschaften wie der Medizin kann man sehen welcher Aufwand darin steckt aus einem Ansatz eine Therapie zu entwickeln. Der Weg von den Erkenntnisse aus dem Labor über erste experimentelle Therapieansätze bis hin zur Prüfung in klinische Studien ist weit. Das Ziel ist es am Ende eine Zulassung zu erhalten und alles dies geschieht  während auf der eine Seite Patienten bis dahin ohne Therapie sind und im Zweifelsfall versterben und auf der anderen Seite diverse fachfremde, kapitalistische und politische Faktoren den Rahmen vorgeben in denen Wissenschaft und Medizin betrieben werden kann.

Pubmed: In 10 Jahren soviele neue Artikel wie in der gesamten Zeit davor

In den letzten 10 Jahren erschienen soviele Artikel auf pubmed zum Stichwort Cannabinoid wie in der gesamten Zeit zuvor. Pubmed listet insgesamt 25388 Treffer. Von 2010 bis heute erschienen 12776 Artikel, was etwas mehr als 50% sind. Für das Jahr 2019 lässt sich hochrechnen dass dieses Jahr etwa 1900 neue Artikel erscheinen werden. Das sind mehr als im Jahr 2006 und 2007 zusammen erschienen sind.  Stellen wir uns ein Mediziner vor der seine Facharztausbildung heute frisch abgeschlossen hat. Als dieser mit seinem Studium begonnen hat, war die diese Hälfte des Wissens noch nicht vorhanden.

Suchergebnisse zum Stichwort "Cannabinoid" auf pubmed für die Jahr 1945 bis heute

Die Wiedereinführung von Cannabis in die Medizin ist ebenfalls noch ein frisches Phänomen. Hier noch zwei Jahreszahlen zur Verdeutlichung: Die Firma Bedrocan liefert seit 2004 erst legale Medizinalcannabisblüten. Im Jahr 2007 erteilte das BfArM die erste Ausnahmerlaubis für den Erwerbung von Cannabisblüten.

Ein weiteres Beispiel: Seit den zentralen Veröffentlichungen zur CRISPR/Cas-Methode im Jahr 2012 hat sich diese Methode innerhalb von wenigen Jahren zu einer „verhältnismäßig einfachen, preiswerten, leicht verfügbaren, punktgenauen und effizienten Technik.“ entwickelt. Hobbybiologen, die sich für Bill Gates halten praktizieren inzwischen in ihrer eigenen Garage DIY Biologie.