Muster: Antrag auf eine Therapie mit Cannabis nach § 31 Abs 6 SGB V

Dies ist die erste Version des Musterantrages, der fortlaufend weiterentwickelt wird. Daher bitte ich um Feedback! Ihr solltet, wenn ihr soweit seid den Antrag zu stellen, nochmal hier vorbeischauen und die aktuellste Version nutzen.

Weitere Formate: Kostenantrag2.pdf Kostenantrag2.odt

Vorbemerkungen

Dieser Antrag basiert auf dem „Arztfragebogen zu Cannabinoiden nach § 31 Abs. 6 SGB V“ des MDS. Der Angaben müssen mit ja beantwortet werden damit der Antrag eine Chance auf Erfolg hat:

Leidet der Versicherte an einer schwerwiegenden Erkrankung, die mit Cannabinoiden behandelt werden soll?

→ obligatorisch

Besteht eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome?

→ obligatorisch

Eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung …

→ hier Option a oder b wählen

Musterkostenantrag

An meine Krankenkasse

____________________

____________________

____________________

 

Antrag auf eine Therapie mit Cannabis nach § 31 Abs 6 SGB V

 

Hiermit beantrage ich, ____________________

geboren am ____________________

Versichertennummer ____________________

 

eine Versorgung mit Cannabis. Um alle Voraussetzungen für eine optimale Therapie zu erhalten, werden sowohl Cannabisblüten, Extrakte sowie Medikamente mit den Wirkstoffen Nabilon und Dronabinol beantragt. Die jeweiligen Mengen: 90 Gramm im Monat, 90 mg Nabilon bzw. 1 g Dronabinol.

 

Optional: Für eine inhalative Anwendung wird zudem die Kostenübernahme beantragt für

 

O VOLCANO MEDIC PZN: 12955483 PPN: 111295548322

O MIGHTY MEDIC PZN: 12955514 PPN: 111295551469

 

Meine Erkrankung ist schwerwiegend. Die Gründe hierfür sind:

O Besonders schwerwiegender Verlauf / Symptomatik / Beeinträchtigungen

O Komorbidität:

O Grad der Behinderung von

O Pflegestufe

O Vorliegen einer Bescheinigung als schwerwiegend chronisch Erkrankter

O Vorliegen einer Ausnahmeerlaubnis nach § 3 BtMG

O ____________________

 

Es liegt eine „schwerwiegenden Erkrankung“ im Sinne der höchstrichterlichen Rechtsprechung vor:

O Multiple Sklerose, Krebs, AIDS (BSG-Urteil vom 19.03.2002, Az.: B 1 KR 37/00 R)

O Myopathie wegen Myoadenylate-Deaminase-Mangels, die zu belastungsabhängigen, muskelkaterähnlichen Schmerzen, schmerzhaften Muskelversteifungen und sehr selten zu einem Untergang von Muskelgewebe führt (BSG-Urteil vom 27.03.2007, Az.: B 1 KR 30/06 R)

O Zustand nach „Subarachnoidalblutung und des daraus resultierenden Hirntraumas gesundheitliche Beeinträchtigungen in Form von Störungen des Gedächtnisses, der Aufmerksamkeit, der exekutiven Funktionen im Hinblick auf Planungsvermögen und Handlungskontrolle sowie emotionaler Veränderungen und Verhaltensauffälligkeiten“. „Hierdurch werden die körperliche Unversehrtheit und die Lebensqualität der Klägerin auch schwerwiegend beeinträchtigt“ (BSG-Urteil zur Neuropsychologie vom 26.09.2006, Az.: B 1 KR 3/06 R)

O Kardiomyopathie/Friedreich’sche Ataxie, „unbestreitbaren Schwere dieser Erkrankung“ (BSG-Urteil vom 14.12.2006, Az.: B 1 KR 12/06 R)

O Ausgeprägtes Restless-Legs-Syndrom, „mit ganz massiven Schlafstörungen und daraus resultierenden erheblichen körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen“, „… leidet an einer schwerwiegenden Erkrankung“ (BSG-Urteil vom 26.09.2006, Az.: B 1 KR 14/06 R)

 

Quelle: Urteile zitiert aus den Begutachtungsanleitung Sozialmedizinische Begutachtung von Cannabinoiden nach § 31 Absatz 6 SGB V

 

Eine allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung

O a) steht nicht zur Verfügung

O b) kann im Einzelfall nach der begründeten Einschätzung der behandelnden Vertragsärztin oder des behandelnden Vertragsarztes unter Abwägung der zu erwartenden Nebenwirkungen und unter Berücksichtigung meines Krankheitszustandes nicht zur Anwendung komme.

 

Begründung durch den Arzt:

Aktuell erfolgt folgende Therapie: ________________________________________

O Es kamen alle in den einschlägigen Leitlinien genannten und in diesem Fall anzuwendenden Kassenleistungen bereits zur Anwendung.

 

Leistung Therapie wurde beendet weil,

unzureichende Wirkung / starke Nebenwirkungen

____________________ O O / O

____________________ O O / O

____________________ O O / O

____________________ O O / O

 

Trotz der O bisherigen Therapieversuche O sowie der aktuellen Behandlung nach Leitline bestehen weiterhin folgende Leiden / Symptome / Nebenwirkungen:

________________________________________________________________________________

________________________________________________________________________________

________________________________________________________________________________

Cannabis hilft dem Patienten bei folgenden Aspekten:

________________________________________________________________________________

________________________________________________________________________________

 

O Folgende mögliche Kassenleistungen können in diesem Fall nicht zur Anwendung kommen

Leistung / Begründung

____________________ ________________________________________

____________________ ________________________________________

____________________ ________________________________________

 

Für die Liste der angewandten Leistungen wird auf die Daten des Leistungsauszug des Versicherten verwiesen.

 

O Einige Leistungen wurden bei einer anderen / früheren Krankenkasse, einem anderen Kostenträger oder auf Privatrezept durchgeführt, eine Auflistung finden Sie anbei.

 

Es besteht eine nicht ganz entfernt liegende Aussicht auf eine spürbare positive Einwirkung auf den Krankheitsverlauf oder auf schwerwiegende Symptome.

Dies gilt mit dem Maßstab einer vernünftigen ärztlichen Praxis gemessen als belegt aufgrund von:

 

O Beobachtungen O theoretischen Überlegungen

O Einzelfallberichte O Meinung anerkannter Experten

O einschlägige Fachmeinung O bereits erfolgter erfolgreicher Therapieversuch

 

O Als behandelter Arzt befürworte ich eine Therapie mit Cannabis. Sie ist nach meiner fachlichen Einschätzung unter Mitberücksichtigung der wissenschaftlichen Diskussion im meinem Fachgebiet in diesem Einzelfall angezeigt.

Der Gesetzgeber hat die Kostenübernahme nicht an die Voraussetzung von positiven Studienergebnissen geknüpft. Zudem wird auf die gängige Fachliteratur und die Möglichkeit einer Recherche über pubmed.com verwiesen.

 

Rechtsbehelfsbelehrung

Ich möchte Sie bitten, über meinen Antrag möglichst zeitnah zu entscheiden, damit die Therapie (weiter-)erfolgen kann. In diesem Zusammenhang weise ich auf die 3 bzw. 5-wöchige Frist und die Genehmigungsfiktion nach § 13 Abs. 3a SGB V hin.

Tag der Antragstellung: ______________________

plus 3 Wochen Frist: ______________________

bzw. plus 5 Wochen Frist: ______________________

 

Nach SGB 5 §31 Abs. 6 darf die Genehmigung zur Kostenübernahme nur in begründeten Ausnahmefällen abgelehnt werden. Der Gesetzgeber hat damit seinen klaren Willen für eine Therapiehoheit des Arztes und eine Umkehrung der Beweislast zum Ausdruck gebracht. Siehe auch Erläuterung des Gesundheitsausschusses zu diesem Punkt: „[…] die Versorgung von Versicherten mit schwerwiegenden Erkrankungen durch den Anspruch auf Cannabis nach S. 1 verbessert werden. Die Genehmigungsanträge bei der Erstversorgung der Leistung sind daher nur in begründeten Ausnahmefällen von der Krankenkasse abzulehnen. Damit wird auch der Bedeutung der Therapiehoheit des Vertragsarztes oder der Vertragsärztin Rechnung getragen.“ (BT Dr. 18/10902).“

 

Anbei finden sie zudem folgende Unterlagen:

O ein ausführlicher Arztbericht,

O eine Auflistung der bisher eingesetzten Arzneimittel,

O Krankenhausberichte,

O Heil- und Hilfsmittelverordnungen,

O Arbeitsunfähigkeitszeiten

O ______________________

 

Ich wurde über die Weitergabe von Daten im Rahmen der nicht-interventionellen Begleiterhebung aufgeklärt.

3 thoughts on “Muster: Antrag auf eine Therapie mit Cannabis nach § 31 Abs 6 SGB V”

  • Hej und Hi,

    ich habe wissentlich seit 2004 HIV und nehme seit 13 Jahren verschiedene Kombis.
    Z Zt. Descoy und Isentress.
    Ich bin Polytox nach F.19 ff., i.v. Drogenkonsument ( Ex )
    Mein Appetit lässt sehr zu wünschen übrig, ich bin runter auf 73kg bei 1,87 m.
    Cannabis in Form von Blüten , ich rechne mit 2g purem Medizinalhanf/Tag, den ich nur durch einen Verdampfer von guter Qualität konsumieren kann.
    Es ist die Gesundheitsunschädlichste Konsumform.
    Ausserdem habe ich dermassen Verspannungen und Schmerzen im Rücken/Nackenbereich.
    THC würde diese Schmerzen lindern.

    Wer kann mich unterstützen , um die Therapie mit Medizinalhanf genehmigt zu bekommen?

    LG
    Stefan

  • Andreas Schreide says:

    Ich bin seit ca 30 Jahren in der Schmerzterapie. Mein rechtes Bein war 28 mal gebrochen. Ausserdem bin ich mit 7 Jahren an Diabetes Typ 1 erkrankt. Seit ca. 10 Jahren habe ich nun auch Resles leg. Auch sehr starke Schlafstörung. Habe seit Jahren Morfin und alle anderen Schmerzmittel bekommen. Habe keinen Appetit mehr. Hab 66 kg bei 1,75 Meter. Seit ca halben Jahr nehme ich nun Cannabis weil die Nebenwirkungen einfach zu stark waren. Bin 60 Prozent Behindert.

  • Guten Tag!
    Ich würde gerne Cannabis-Präparate beantragen, hatte das 2017 beim Hausarzt nachgefragt! Dieser kannte sich nicht mit dem Sachverhalt aus!
    2018 habe ich dann wieder die Medikamente Tramadol und Diclofenac verschreiben lassen, von Tramadol wurde ich vor mehr als 10 Jahren abhängig und hatte erhebliche Nebenwirkungen u.a. durch Überdosierung aufgrund meiner Erkrankungen mit Schmerzsyndrom! Von Diclo-Präparaten hatte ich beim Abhusten blutigen Auswurf, deswegen hatte ich es nach etlichen Jahren abgesetzt! Es wurde nie wegen der o.g. Medikamente ein Blutbild gemacht! Der Krankenkasse ist hinreichend bekannt, dass ich an verschiedenen schwerwiegenden Erkrankungen leide, dennoch muss jetzt diese Bürokratie sein! In einem Antwortschreiben der Barmer wurden ,,schwerwiegende Erkrankungen“ erwähnt, die zur ,,Berechtigung“ führen! Seit über 26 Jahre leide ich an chronischen Rückenschmerzen, die Hürden der Bürokratie habe ich auf mich genommen, jedoch hatte ich damals erheblich weniger Probleme eine Therapie zur Mobilitäts-Verbesserung zu bekommen, obwohl die Anwendungen beschränkt waren! 1986/87 wurde bei mir eine Schilddrüsenüberfunktion festgestellt, ich sollte zur OP, das verweigerte ich! Innerhalb dieser Zeit erhielt ich 4 Amalgam-Plomben durch meine Zahnärztin!Nach einem Unfall als Fußgängerin im Jahre 1991, erkrankte ich am ,,Sudeckchen Sydrom“(am re. Vorfuß), nach Entlassung aus dem Krankenhaus (mit nach wie vor Gelenkschwellung, beidseitig der Knie-und Sprunggelenke), wurde bei mir 1992 ,,Rheuma“ durch den Facharzt diagnostiziert, ,,primär chronische Polyarthritis“, es war sehr schmerzhaft! Danach wurden meine 4 Amalgam-Füllungen durch einen Zahnarzt, der das seinerzeit macht entfernt und ersetzt durch neue Materialien! Allerdings ohne Schutzvorkehrung-Kofferdam, Sauerstoff-Maske etc.! In den Jahren 1993/1994 erkrankte ich an Rückenschmerzen, es bildete sich eine größere Schwellung auf der Wirbelsäule! Später, ab 1994/1995 hieß es, ich hätte ,,Morbus Bechterew“ und würde dann wohl im Alter krumm gehen! Schmerzfragebogen und Medikamente, wieder Facharztbesuche und eine schleichende, verminderte Lebensqualität, das war die Folge von allem! Danach noch verschiedene HWS-BWS-LWS Syndrome und Schmerzen der Hölle, die Therapien waren eher dürftig! Die damaligen Medikamente waren nicht gerade magenfreundlich, deswegen musste ich zusätzlich noch andere einnehmen! Zudem bin ich seit Jahren an ,,Hashimoto“ erkrankt, an ,,Laktoseintoleranz“, ,,Glutensensitivität“ und an ,,schmerzbedingten Schlafstörungen“, meine ,,Mobilität“ ist eingeschränkt! ,,Morbus Bechterew“ mit Atemeinschränkung! Gibt es noch irgendwelche Zweifel an ,,schwerwiegenden“ Erkrankungen? Ich habe einen Schwerbehindertenausweis mit 50 GdB. Aus o.g. Gründen wäre es gut, wenn es nicht wieder jahrelang dauern würde bis zu einer Verschreibung mit med. ,,Cannabis-Medikamenten“, jetzt zuerst einmal wieder mehr Bürokratie! Ich suche mir jetzt im Internet Medikamente heraus!

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